Schneller – besser – überall: Matthias Schwalbe balanciert zwei Karrieren sowohl seine Ausbildung beim Schaltschrank- und Systemanbieter als auch seine Handballkarriere beim HSG Wetzlar fest im Griff. Foto: Rittal GmbH & Co. KGLeistungssport und berufliche Entwicklung zu verbinden, ist eine Herausforderung. Das weiß auch Matthias Schwalbe, der nicht nur Handball für die HSG Wetzlar spielt, sondern jetzt auch erfolgreich seine Ausbildung beim Schaltschrank- und Systemspezialist Rittal absolviert. Das Familienunternehmen ist Sponsor der HSG Wetzlar und schätzt den jungen Nachwuchsspieler als zielorientierten und verantwortungsbewussten Teamplayer.

11 Stunden-Tage, Wochenendeinsätze und körperliche Anstrengung – es gibt nichts, was Matthias Schwalbe mehr begeistern könnte. Der 18-jährige Spieler der HSG Wetzlar ist jeden Abend im Training und jedes Wochenende als Mannschaftskapitän auf dem Spielfeld der A-Jugend Bundesliga Ost. 2013 und 2015 ist er mit seiner Mannschaft Deutscher Vizemeister geworden, 2014 mit der Hessenauswahl Deutscher Meister. Seit 2015 spielt der Sohn einer Slowakin in der Nationalmannschaft der Slowakei gegen die europäische Konkurrenz – und ist obendrein im September auch in seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Rittal gestartet. Der Schaltschrankhersteller und Systemspezialist sponsert die HSG Wetzlar seit 2006 und ist den Sportlern als langjähriger Partner auch in der Nachwuchsförderung eng verbunden.

Seinen Arbeitstag beginnt Matthias Schwalbe um sieben Uhr früh, damit er am Nachmittag rechtzeitig nach Hause kommen, packen und sich auf den Weg zum Training machen kann. Eine Sonderbehandlung bekommt der Sportler beim Schaltschrankhersteller also nicht: „Die möchte ich auch nicht. Handball ist mein Leben, doch ohne einen anständig gelernten Beruf wäre das gar nicht möglich.“

Top-Handballer und Top-Azubi – mit links

Für seine Leidenschaft hat Matthias Schwalbe viel investiert. Es war sein Hessenauswahltrainer, der den Kontakt zur HSG herstellte, als er gerade 15 Jahre alt war. Dort erkannte man sein Talent schnell und ermöglichte ihm den Wechsel vom TSV Habitzheim nach Wetzlar – in den rechten Rückraum, wo er als Linkshänder so manchen gegnerischen Spieler aus dem Gleichgewicht bringt. Der Handballer entschied sich für den Umzug von Lengfeld in Südhessen in eine Gastfamilie in Dutenhofen nahe Wetzlar. HSG Geschäftsstellenleiterin Ruth Klimpke und Familie – allesamt Handballer und in der HSG aktiv – nahmen den Nachwuchssportler bei sich auf: „Ich fühle mich hier sehr wohl“, so Matthias Schwalbe über sein neues Zuhause: „Natürlich war es schwer, Eltern, Familie und auch die Freunde zu verlassen und sich etwas Neues aufzubauen. Aber ich bin in meiner Gastfamilie und auch im Verein sehr gut aufgenommen worden und würde es jederzeit wieder tun.“ Denn er habe sich in vielen Bereichen weiterentwickelt, sagt der 18-Jährige: „Heute spiele ich auf einem weitaus höheren Niveau als in meinem Heimatverein. Als Kapitän der Mannschaft trage ich Verantwortung und sorge für eine gute Atmosphäre im Team. Sich persönlich und sportlich weiterzuentwickeln ist mir sehr wichtig.“

Solche Fähigkeiten sind auch im Job gefragt: „Leistungssportler bringen wertvolle Fähigkeiten mit in das berufliche Umfeld. Sie sind selbständig, diszipliniert und zielstrebig“, so Dirk Miller, Geschäftsbereichsleiter Marketing bei Rittal: „Gleichzeitig denken Mitarbeiter wie Matthias Schwalbe auch immer an das Team, haben ein offenes Ohr für Kollegen und Spaß an gemeinsamen Herausforderungen.“ Zielorientierung, Gemeinschaft und Verantwortung werden im Familienunternehmen groß geschrieben: Rittal ist Weltmarktführer für Schaltschränke und Systemzubehör – mit rund 10.000 Mitarbeitern und 58 Tochtergesellschaften weltweit. Gleichzeitig engagiert sich der Global Player für zahlreiche soziale Projekte in der Region. Mit Spendenaktionen unterstützen Mitarbeiter und Vorsitzender der Geschäftsführung Friedhelm Loh soziale Einrichtungen etwa für Menschen mit Handikap oder benachteiligte Kinder und Jugendliche: „Rittal ist der größte Arbeitgeber in der Region und trägt daher eine große Verantwortung für das Umfeld, in dem wir leben und arbeiten“, so Dirk Miller: „Das nehmen wir sehr ernst und vermitteln diese Werte auch unserem Nachwuchs. Umso mehr freut es uns, wenn Auszubildende wie Matthias Schwalbe sich mit diesen Werten identifizieren und sie leben.“

Im Produktmanagement beschäftigt sich Schwalbe jetzt mit Stromverteilungslösungen, Montageanleitungen und Exceltabellen: „Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich. Der Beruf des Industriekaufmanns ist außerdem zukunftsträchtig – es verändert sich ja vieles mit der Automatisierung und Digitalisierung. Das finde ich spannend“, so Schwalbe über seine Berufswahl. Ein Duales Studium, das die Friedhelm Loh Group im Anschluss an eine erfolgreiche Ausbildung anbietet, hat er auch schon als Möglichkeit ins Visier genommen – ebenso wie die Deutsche Meisterschaft mit seinem Team. Die Doppelbelastungen im Beruf und als Leistungssportler sei zwar intensiv, lohnten sich aber: „Wettkampf, Ziele zu haben und diese auch zu erreichen machen für mich den Reiz aus. Herausforderungen treiben mich an.“