Foto: RittalFür seine herausragenden Verdienste um Wissenschaft und Technik hat die Technische Universität Chemnitz den hessischen Unternehmer Friedhelm Loh mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Vertreter von Forschungseinrichtungen und Universitäten, aus Politik, Wirtschaft und Verbänden würdigten den Unternehmer als zielstrebigen Macher und klugen Visionär.

Sein Erfolg beruhe auf kreativer Neugier, harter und schöpferischer Arbeit, seiner Leidenschaft als Unternehmer und dem Verzicht auf das für manch anderen Selbstverständliche – so beschrieb Prof. Dr. Reimund Neugebauer den Laureaten Friedhelm Loh vor großem Publikum im Festsaal der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und Inhaber der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik betonte, Loh erreiche stets seine Ziele, wecke Begeisterung und zeige dabei Verantwortung und Humanität. Für die aktive Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft, Unternehmen und Universität, verleihe die TU Chemnitz dem hessischen Unternehmer mit Freude die Ehrendoktorwürde. In seinem Wirken habe er Akzente gesetzt und Horizonte eröffnet.

Mit der höchsten wissenschaftlichen Ehrung, die durch eine Universität verliehen werden kann, würdigte die Fakultät für Maschinenbau das breit gefächerte Engagement des Inhabers und Vorstandsvorsitzenden der mittelhessischen Friedhelm Loh Group und Vorsitzenden der Geschäftsführung des Schaltschrank- und Systemanbieters Rittal: „Die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Friedhelm Loh zeichnet seine herausragenden Leistungen und besonderen Verdienste um Wissenschaft und Technik aus, insbesondere auf dem Gebiet des Maschinen- und Anlagenbaus“, so der Kommissarische Rektor der TU Chemnitz Prof. Dr. Andreas Schubert: „Ihr Lebenswerk beeindruckt.“

Friedhelm Loh: „Wir sind herausgefordert“

„Bei so viel Lob verschlägt es einem die Sprache“, sagte schließlich Dr.-Ing. E.h. Friedhelm Loh in seiner Dankesrede. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde bezeichnete er als Höhepunkt seiner Biografie, der ohne die jahrzehntelange Unterstützung von Familie, Freunden und Mitarbeitern weltweit nicht möglich gewesen wäre: „Ihnen gebührt mein tiefster Dank. Alles, was ich erleben durfte, ist ein Geschenk.“ Vor allem seinen Eltern sei er zu Dank verpflichtet: „Sie vermittelten mir eindrücklich die gelebte Übernahme von Verantwortung, christliche Werte und die Sinnhaftigkeit des Glaubens, die mein Leben wie nichts anderes prägen.“

An die Vertreter der Universität richtete er das Versprechen „in der Zukunft meinen Auftrag wahrzunehmen, Erfahrung und Innovation in einen Mehrwert für die Menschen umzusetzen“. Dafür brauche es auch ein starkes Miteinander: „Wir müssen viel mehr Allianzen bilden, Universitäten und Unternehmen zusammenbringen. Die Kraft des Einzelnen ist wichtig. Aber die Kraft der Netzwerke wird über den Erfolg der deutschen Wirtschaft entscheiden. Die Netzwerke, das sind wir – Unternehmer, Wissenschaft, Politik, die wir Verantwortung übernehmen müssen.“ Loh forderte daher „ein radikales Umdenken und eine Veränderungsbereitschaft, die uns stark macht.“

Die Kunst der Wissenschaft sei es, Lösungen zum Nutzen und zum Schutz der Menschen zu entwickeln, so Loh. Dass Wissenschaft und Wirtschaft daher auch Verantwortung tragen, hob er besonders hervor: „Industrie 4.0 ist die sich selbst erarbeitende Technologie, die aus ihren eigenen Daten neue Erkenntnisse gewinnt und damit unser Leben verändert. Was heißt das für uns als Wirtschaft und als Gesellschaft?“ Bei aller Euphorie für sich selbst organisierende Technologien dürfe man die Gefahren der Cyberkriminalität oder des gläsern gewordenen Menschen nicht unterschätzen: „Es besteht die große Gefahr, nicht nur die im Grundgesetz verankerte Freiheit zu verlieren, sondern auch die Freiheit des Wohlbefindens, der eigenen Meinung und des individuellen Handelns.“ Er befürchte, dass das persönliche Recht freiheitlicher Individualität durch den Zugriff der Technologie auf den Menschen verloren gehe: „Daten schaffen Freiräume, aber auch Gefängnisse.“ In der Verantwortung vor Gott und den Menschen seien Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Rechtsprechung gefordert und verpflichtet, die Würde des Menschen zu wahren.

Mit einem Zitat von Oscar Wilde brachte Rektor Andreas Schubert die Anerkennung aller Anwesenden für den Laureaten Dr.-Ing. E.h. Friedhelm Loh auf den Punkt: „Persönlichkeiten, nicht Prinzipien, bringen die Zeit in Bewegung.“

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