Edon Gründerin Julia Vollendorf. (Quelle: Julia Vollendorf)Gutes tun ganz nebenbei und das ohne großen Aufwand ist das Ziel der edon-Gründerin Julia Vollendorf. Sie möchte jungen Menschen dazu motivieren, an tolle Projekte zu spenden, um damit Gutes in die Welt zu bringen. Besonders wichtig ist ihr hierbei, dass es einfach ist und Spaß macht. edon sieht es als seine Aufgabe an, das Spenden zu den Menschen zu bringen und somit zu Held*innen zu werden, die Veränderung bewirken. Die Vision des Unternehmens fasst es kurz und knapp zusammen: „Gemeinsam Spaß haben, Gutes tun und die Veränderung sehen. edon - Team up for a better world!“. Im folgenden Interview erzählt uns Gründerin Julia mehr über edon und gibt hilfreiche Tipps für Gründer und Gründungsinteressierte.

 Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind edon. edon steht kurz für electronic donations. Wir haben eine digitale Fundraising Agentur gegründet. Das heißt im Grunde, dass wir Hilfsprojekte dabei beraten, wie sie die Digitalisierung für sich nutzen und online Menschen von ihrer Arbeit überzeugen und Spenden einwerben können. Dafür bauen wir Tools, wie zum Beispiel das Aufrunden im Online Shop, also so etwas wie eine Spendendose an der Kasse in digitaler Form.

Was hat euch dazu inspiriert, das Unternehmen zu gründen?

Ich habe selbst bei unterschiedlichen Hilfsprojekten gearbeitet, genauso wie meine Mitgründerin Sarah. Dort sind wir beide immer wieder auf das Problem gestoßen, dass all die Heldengeschichten und all die guten Taten, die wir vor Ort erlebt haben, bei viel zu wenigen Menschen ankommen. Das liegt aus unserer Sicht in erster Linie daran, dass Hilfsprojekte häufig noch nicht gelernt haben, die Vorteile der digitalen Welt für sich zu nutzen.
Die größte Inspiration ist und bleibt für mich aber immer meine Kollegin Silvia, die mir gezeigt hat, wie viel man als ein einziger Mensch bewegen kann, wenn man sich mit Herz und Ausdauer für eine gute Sache stark macht.

 Was macht euer Portal besser als die vergleichbaren Marktprodukte?

Wir glauben fest daran, dass man vom Menschen aus denken muss. Es gibt viele Agenturen, die nur die Perspektive von Hilfsprojekten oder Unternehmen auf dem Schirm haben. Uns geht es aber darum, immer im Blick zu behalten, in welcher Situation und mit welchen Mitteln man insbesondere junge Menschen ansprechen und von der Arbeit von Hilfsprojekten begeistern kann. Es gibt so viele Held*innen da draußen, aber wer kriegt das in seinem Alltag schon mit?
Wir empfinden es als unsere Aufgabe, diese Geschichten zu den Menschen zu bringen und sie nicht zum Spenden zu überreden, sondern vom Gutes tun zu überzeugen.

Wie wichtig waren „richtige Kontakte“ bzw. ein großes Netz an Kontakten für den Start?

Ich denke, ohne meine Kolleg*innen Silvia und Miriam hätte ich nie aus meiner Leidenschaft ein Unternehmen gemacht. Miriam hat mich auf das Stipendium des Social Impact Labs aufmerksam gemacht und schon waren wir mittendrin in Gründungsworkshops und einem Co-working Space, in dem es vor Motivation, die Welt zu verbessern, nur so brummt. Ein Netzwerk an Kontakten ist ohne Zweifel ein riesiger Vorteil, aber ich glaube, dass ab einem bestimmten Punkt dein Netzwerk zu dir kommt, wenn du ein gutes Konzept hast und genügend Leuten davon erzählst. Herzblut für deine eigene Sache ist aus meiner Sicht viel entscheidender.

 Welchen Tipp würdest du Gründungsinteressierten mit auf den Weg geben?

Niemals aufhören, zu fragen und dich selbst immer wieder daran erinnern, dass du nicht alle Antworten kennen kannst. Niemand, der zum ersten Mal gründet, weiß genau wie das geht. Nicht einmal die BWLer, die das gelernt haben. Wenn du also in einer Situation steckst, in der du nicht weiter weißt (und davon wird es viele geben), stell dir einfach die Frage, wer die Antwort wissen oder dir wenigstens weiterhelfen könnte. So kommst du nicht nur voran, sondern gewinnst im besten Fall sogar neue Mitstreiter*innen für dein Projekt. Fragen ist keine Schwäche, sondern eine absolute Stärke.